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Heizölpreise: volatil aber freundlich

Internationaler Markt


Die täglichen Befindlichkeitsmeldungen zu den Verhandlungen zwischen USA und China über eine Annäherung im Handelsstreit sind so erratisch wie langweilig. Wenig spannender ist die Meinungsbildung der OPEC-Granden zu einer weiteren Förderkürzung im kommenden Jahr. Beide Themen beeinflussen die Ölpreise im Tagesverlauf. Nachhaltig wirken sie indes nicht. Die Impulse sind so wenig prägnant, dass die Börsennotierungen für verschiedene Produkte gestern sogar konträr verliefen. Heute Morgen bewegen sie sich gemeinsam abwärts.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 56,63 Dollar Tendenz: fallend und das Barrel Brent zu 61,85 Dollar Tendenz: fallend gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 578,25 Dollar Tendenz: fallend. Der US-Dollar kostet 0,9046 Euro Tendenz: steigend. Damit kostet der Euro 1,1051 Dollar Tendenz: fallend. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt


Die Heizölpreise geben weiter nach, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. In der Ein-Jahres-Ansicht wird deutlich, dass es sich dabei um ein moderates Geschehen handelt, das seit geraumer Zeit mehr einer Seitwärtsbewegung als dem dargestellten Aufwärtstrend folgt. Ein Trendwechsel noch vor dem Jahresende liegt in der Luft.

Die Logistik im Binnenmarkt ist nach wie vor angespannt, was in den Lieferzeiten zum Ausdruck kommt. Das Bestellaufkommen ist mittlerweile übersichtlich. Das gilt auch für die Hoffnung auf tiefere Preise. Zusammenfassend kann man sagen, dass Heizöl gerade nicht im Interesse der Konsumenten liegt. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem mittleren Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends sind immer noch ein Mutmacher für die Spekulation auf tiefere Preise. Dieser Umstand resultiert aus der Rückkehr des Abwärtskanals im kurzfristigen Bereich. Mit Ausnahme der Zehnjahresgrafik liegen in allen anderen Zeitbereichen noch Aufwärtskanäle vor.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Kaufen Sie, wenn Sie Heizöl benötigen. Die Preise sind gut und die Lieferzeiten lang, zumindest im Süden Deutschlands.

Die für die Preisbildung wenig inspirierende Marktlage bietet Gelegenheit, die politische Justierung zum Heizen mit Öl zu beleuchten. Hierzu herrscht nach dem mit Hauruck vom Bundeskabinett erstellten Gebäudeenergiegesetz eine gewisse Verunsicherung unter Ölheizungsbesitzern. Sie birgt die Gefahr zur Tatenlosigkeit, wie sie seit Jahren in Baden-Württemberg zu beobachten ist. Dort hat der Etatismus der Landesregierung in Sachen klimaneutrales Heizen den Unmut der Bürger derartig heftig geweckt, dass sie nun die geringste Erneuerungsrate für Heizungen in Deutschland aufweisen.

Vorab, das Kabinett gebar einen Gesetzentwurf, der das Gesetzgebungsverfahren zu durchlaufen hat. Dabei kann es zu Änderungen in einzelnen Teilen kommen.

Wichtig, Ölheizen wird zu keinem Zeitpunkt verboten, zumindest nicht nach dem vorliegenden Gesetzentwurf.

Bis Ende 2025 können Sie Ihre Heizung wie bisher durch ein Ölbrennwertgerät modernisieren. Dafür können Sie bis Ende dieses Jahres eine staatliche KfW-Förderung bis zu 15 Prozent beantragen.

Ölheizungen, die nach 2025 eingebaut werden, müssen erneuerbare Energien einbinden. Das kann durch Solarthermie oder Photovoltaik geschehen. Sollte die hybride Kombination bereits bestehen oder ist sie aus Gründen (z.B. Denkmalschutz und kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden) unmöglich, ist die Erneuerung des Ölbrenners bedingungslos erlaubt.

Einfacher wird die Lage wahrscheinlich durch die Beimischung von E-Fuels (mit Solar- oder Windenergie hergestelltes synthetisches Öl, Methan) oder Bioöl ins Heizöl. Hierzu gibt der Gesetzentwurf aber noch keine belastbare Information.

Wegweisend kann folgende Aussage anlässlich einer Wasserstoffinitiative der Ministerien für Wirtschaft, Verkehr, Forschung und wirtschaftliche Zusammenarbeit sein, die Gerd Müller im Kreise seiner Kollegen machte: „Sowohl die Klimadebatte als auch die Energiefrage dürfen und können wir nicht klein-klein-national belassen. Wir müssen die internationale Dimension sehen. Ich möchte den Sprung vom Wasserstoff durch CO2-Bindung zum klimaneutralen chemischen Kraftstoff (und Brennstoff, Anmerkung Autor) Methanol.“

Die Produktion von Methanol ist natürlich auch hierzulande möglich. Sie ist aber nicht konkurrenzfähig, weil insbesondere Sonne nicht so kräftig scheint wie in Afrika. Jüngst hat Müllers Ministerium eine Kooperation mit Marokko unterzeichnet, nach der dort mit Hilfe des weltgrößten Solarkraftwerks eine marktfähige Methanolproduktion aufgebaut werden soll. Der Kraft- und Brennstoff ist den heute benutzten mineralischen Produkten in beliebiger Graduierung beimischbar ohne dadurch Probleme bei der Verwendung in bestehende Motoren und Heizungen oder in der Logistik hervorzurufen.

Umweltministerin Schulze aber auch die Grünen haben die globale Bedeutung von E-Fuels für das Klima und die Ökonomie übrigens noch nicht vollumfänglich auf dem Schirm.

Ab 2021 wird es einen CO2-Preis für fossile Energieträger geben. Dieser soll für mineralisches Heizöl zunächst circa drei Cent pro Liter und in 2025 circa 10 Cent pro Liter betragen. E-Fuels sind per se klimaneutral und sollten daher nicht preislich pönalisiert werden.