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Heizölpreise geben deutlich nach

Internationaler Markt



Die globalen Ölpreise gaben gestern erneut deutlich nach und stoppten erst knapp über der Marke von 60 Dollar je Barrel. Die Stimmung war ohnehin angeschlagen, da neue Konjunkturdaten schwach ausfielen. Auch scheint es keine Fortschritte beim Handelskrieg zwischen den USA und China zu geben.

Der Wochenbericht des Energieministeriums (DOE) zu den amerikanischen Ölbestände verdarb den Tradern dann vollends die Laune. Die Vorabschätzungen des Branchenverbandes API vom Dienstag erwiesen sich einmal mehr als irreführend. Vielmehr stiegen die Rohölbestände deutlich um 5,7 Mio. Barrel, während die Vorräte von Heizöl/Diesel um 1,0 Mio. und Benzin um 3,0 Mio. Barrel schrumpften.

Der Lageraufbau bei Rohöl war unvermeidlich, da die Importe stark zugelegt hatten. Die Endnachfrage war allerdings recht stark, während die heimische Ölproduktion erneut nicht zulegen konnte. Der Bericht gab also keine einheitliche Richtung vor. Aber die Trader orientierten sich allein am Aufbau der Rohölbestände, verkauften einen Teil ihrer Positionen und ignorierten den Rest.

Hier die Bestandsveränderungen in der Übersicht:
Rohöl: -0,7 Mio. Barrel (API) bzw. +5,7 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -1,6 Mio. Barrel (API) bzw. -1,0 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: -4,7 Mio. Barrel (API) bzw. -3,0 Mio. Barrel (DOE)
Ölproduktion: Unverändert 12,6 Mio. Barrel pro Tag (14% höher als im Vorjahr)

News aus Lateinamerika konnten in diesem Umfeld die Stimmung der Trader nicht retten. Brasiliens Präsident Bolsonaro strebt eine Mitgliedschaft seines Landes im OPEC-Kartell an. Das wäre eigentlich ein preisstützender Faktor, denn das Kartell hätte damit noch mehr Einfluss im Ölmarkt. Aber Beobachter halten die Idee für wenig durchdacht: Die Förderung im größten Land Lateinamerikas steigt rasch an. Es ist schwer vorstellbar, dass die Regierung auf die immer üppiger fließenden Einnahmen verzichtet, wenn die OPEC erneut Förderkürzungen beschließen sollte. Zumal dann auch die internationalen Ölkonzerne, die das Öl mit großem Aufwand aus der Tiefsee vor der Küste Brasiliens holen, entschädigt werden müssten.

Am Abend senkte die amerikanische Zentralbank dann wie erwartet die Leitzinsen. Aber die Banker kündigten an, dass weitere Schritte vorerst nicht anstehen. Die Finanzmärkte und damit auch die Ölbörsen zeigten sich enttäuscht.

Heute morgen starten die internationalen Ölpreise nur wenig verändert. Ein Leck in der wichtigen Keystone Pipeline in North Dakota sorgt für Engpässe im amerikanischen Binnenmarkt. Aber die angeschlagene Stimmung im Ölmarkt deutet mittelfristig auf weiter fallende Ölpreise.

Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht aktuell bei 55,34 US-Dollar je Barrel Tendenz: steigend. Die Nordseesorte Brent kostet 60,89 US-Dollar je Barrel Tendenz: fallend. Gasöl notiert bei 579,00 Dollar je Tonne Tendenz: fallend. Der US-Dollar ist 0,8953 Euro wert Tendenz: fallend. Damit steht der Euro bei 1,1166 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt



Der schwache Rohölmarkt lässt auch auch heute die Preise für Heizöl fallen, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Sie sinken deutlich auf etwas über 64 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter). Das Jahrestief bei knapp 62 Euro kommt schon fast in Sichtweite.

Die ersten Frosttage und billiges Heizöl beleben den Heizölmarkt. Immer mehr Kunden füllen nun ihre Tanks. Auch das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, zeigt für die nächsten Tage eine hohe Kaufneigung an. Das mathematische Tiefpreis-System rät ebenfalls in den meisten Regionen Deutschlands zum Kauf.

Ein Teil der Kundschaft hofft auf noch günstigere Einstiegspreise. In der letzten Umfrage erwarten 88% der Stimmen weiter nachgebende Heizölpreise. Nur selten fällt die Umfrage so eindeutig aus. Die Preischarts bleiben demgegenüber uneinheitlich. Kurzfristig hat sich zwar ein klarer Abwärtstrend bei den Preisen herausgebildet, aber mittel- und langfristig zeigen die Preiskanäle unverdrossen nach oben.

Was tun? Genau vor einem Jahr standen die Heizölpreise auf ihrem Jahreshoch bei über 88 Euro je 100 Liter. Wer jetzt bei 64-65 Euro bestellt, kann sich also kaum beschweren, zumal der Tankstand angesichts der kalten Außentemperaturen rasch sinken könnte. Wer jedoch abwarten will, kann nach wie vor auf die schwache Verfassung des Ölmarktes setzen und auf noch etwas günstigere Einstiegspreise hoffen.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.