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Ölpreise treten auf der Stelle

Internationaler Markt



Wie erwartet bestimmte auch gestern die neue Runde der Handelsgespräche zwischen China und den USA die Stimmung auf den Ölmärkten. Schon Gerüchte aus dritter Hand reichten aus, den Ölpreis in die eine oder andere Richtung zu schieben. Zeitweise stieg Brent-Rohöl auf knapp 60 Dollar je Barrel, sackte dann aber wieder ab. Der Markt war deutlich in den Händen der Daytrader, die mit kurzfristigen Wetten den einen oder anderen Dollar verdienen wollten.

Erst am Nachmittag erinnerten neue Daten aus den USA daran, dass es im Ölmarkt eigentlich um Öl geht. Der offizielle Wochenbericht über die US-Lagerbestände bestätigte in etwa die Zahlen, die einen Tag zuvor vom Branchenverband API gemeldet worden waren. Die Rohölvorräte legten um 2,9 Mio. Barrel zu, während die wichtigsten Produkte (Diesel, Heizöl, Benzin) zusammen 5,1 Mio. Barrel verloren.

Die beiden Trends lassen sich weitgehend durch die geringe Aktivität der Raffinerien erklären, die derzeit auf die Wintersaison umrüsten. Sie verarbeiten weniger Rohöl als üblich. Da auch die Endnachfrage stark war, schrumpften die Produktlager. Dieser leicht preisstützende Eindruck wurde allerdings durch den Anstieg der geschätzten Ölproduktion auf nunmehr 12,6 Mio. Barrel pro Tag eingetrübt. Möglicherweise beginnt nun doch die überfällige Herbstrallye bei den Förderfirmen.

Hier die Bestandsveränderungen in der Übersicht:
Rohöl: +4,1 Mio. Barrel (API) bzw. +2,9 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -4,0 Mio. Barrel (API) bzw. -3,9 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: -5,9 Mio. Barrel (API) bzw. -1,2 Mio. Barrel (DOE)
Geschätzte Ölproduktion: Anstieg von 12,4 auf 12,6 Mio. Barrel pro Tag (+12% ggü. Vorjahr)

Unter dem Strich hatten die Lagerdaten nur einen geringen Preiseinfluss. Längerfristig orientierte Investoren halten sich im Moment ohnehin zurück. Sie warten das Ergebnis der Handelsgespräche in Washington ab.

Auch die Lage in Nordsyrien mahnt im Moment eher zur Zurückhaltung, denn die Invasion türkischer Truppen könnte sich über kurz oder lang auch auf die Rohölexporte der Region auswirken. Neben den Iranern sind nun auch die Kurden in einer prekären Situation. Schon bald könnten sich unerwartete Allianzen ergeben.

Am Abend stand der Ölpreis in etwa dort, wo er am Morgen gestartet war. Heute blickt der Markt erneut vor allem nach Washington und den Verlauf der Handelsgespräche mit China.

Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht im Moment bei 52,50 US-Dollar je Barrel Tendenz: gleichbleibend. Die Nordseesorte Brent kostet 58,25 US-Dollar je Barrel Tendenz: steigend. Gasöl notiert bei 587,50 Dollar je Tonne Tendenz: steigend. Der US-Dollar ist 0,9085 Euro wert Tendenz: fallend. Damit steht der Euro bei 1,1007 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt



Heizöl legt am frühen Morgen einen knappen Euro gegenüber gestern zu, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Obwohl sich die Rohölpreise kaum bewegt haben, liegen die Preise aktuell im Durchschnitt zwischen 66 und 67 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter).

Der Heizölmarkt wirkt recht aktiv. Die Zahl der Bestellungen liegt auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Hier und da kommt es zu längeren Wartezeiten. Die Gründe liegen auf der Hand: Zum einen mahnt der nahe Winter zur Vorsorge; zum anderen wirken die Heizölpreise im Vergleich zum Vorjahr attraktiv. Damals lagen sie etwa ein Viertel höher. Im Moment ist selbst das Jahrestief des laufenden Jahres nicht mehr weit entfernt.

Trotzdem hält ein Teil der Kundschaft ihr Pulver trocken. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, erwartet nur eine mittlere Kaufneigung bei den Kaufinteressenten.

Noch immer setzen 78% der Stimmen in der tagesaktuellen Umfrage auf fallende Heizölpreise. Der Preisoptimismus ist also ungebrochen. Die Preischarts sprechen jedoch eine andere Sprache. In der kurzen wie auch in der langen Frist zeigt der Preistrend nach oben.

Was also tun? Die Ölpreise treten auf der Stelle. Es ist kein Trend erkennbar. Die Makrodaten deuten auf fallende Preise, die zahlreichen Krisen im Nahen Osten mahnen hingegen zur Vorsicht. Wer ohnehin bald Heizöl kaufen muss, sollte wohl nicht abwarten. Wer noch genügend im Tank hat und mögliche Preiskrisen aussitzen will, kann auf die schwache Entwicklung der Ölnachfrage setzen und auf fallende Heizölpreise spekulieren.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.