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Ölpreise geben leicht nach - Irankrise verliert an Zugkraft

Internationaler Markt



Der Markt legt allmählich die Nervosität ab, die durch die Verkündung der neuen Iran-Sanktionen entstanden ist. Die Ölpreise geben heute den zweiten Tag in Folge leicht nach.

Im Moment versorgt Teheran den Weltmarkt mit 2,5 Mio. Barrel pro Tag, also knapp 3 Prozent des globalen Ölverbrauchs. Der zunächst steile Aufwärtstrend der Ölpreise bis auf 78 Dollar je Barrel spiegelte ein Worst-Case-Szenario wider, also die Befürchtung, dass große Teile dieser Exporte ausfallen könnten.

Doch danach sieht es nicht aus. Außer den Europäern wird sich wohl kaum ein Importeur iranischen Öls von den US-Drohungen beeindrucken lassen. Vor allem die Chinesen und Inder werden sich die strategische Chance nicht entgehen lassen, die Bindungen mit dem Iran zu vertiefen. Einmal abgesehen von der Sprunghaftigkeit Trumps, der erst vorgestern völlig unerwartet Sanktionen gegen einen großen chinesischen Telekomkonzern aufhob.

Am Freitag wurde zudem gemeldet, dass die Bohrtätigkeit in den USA erneut sprunghaft angestiegen ist. Die Zahl der aktiven Rigs (Bohrplattformen) stieg in der letzten Woche um 10 auf 844 Anlagen. Das ist die größte Rig-Flotte seit über drei Jahren. Es ist also kein Ende der Schieferölflut in Sicht.

Die Zahl der bullischen Ölpreiswetten blieb dennoch auf sehr hohem Niveau, wie ebenfalls am Freitag bekannt wurde. Nur wenige Trader nehmen bislang Gewinne mit. Noch immer wird mit über 1 Milliarde Barrel auf steigende Ölpreise gewettet.

Der Ball liegt nun wieder im Feld des OPEC-Kartells. Es muss im kommenden Monat beraten, wie auf die möglichen iranischen Exportausfälle reagiert werden soll. Einige Beobachter sagen bereits eine Krise des Kartellabkommens von Ende 2016 voraus, das den Anstieg der Ölpreise einläutete.

Die nächsten Monate könnten aus Sicht des Ölmarktes unspektakulär verlaufen: Saudi-Arabien und seine Verbündeten könnten die Lücken im Ölhandel problemlos und flexibel schließen. Für viele Finanzsanktionen werden sich alternative Lösungen finden, denn die Stellung des Dollars im Ölhandel ist angeschlagen und ohne Verbündete wird Washington nicht viel ausrichten können.

Es bleibt der längerfristige Effekt, denn der Ausbau der iranischen Ölindustrie wird zweifellos gebremst. Andererseits: Allein in China werden wohl in diesem Jahr 1 Million neue Elektroautos und über 100.000 neue Elektrobusse die Ölnachfrage dämpfen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die mittlerweile recht hohen Ölpreise auch die Verbraucher ins Grübeln bringen.

Heute Morgen präsentieren sich die Ölpreise schwächer. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) liegt bei 70,33 Dollar je Barrel Tendenz: fallend. Brent-Rohöl gibt auf 76,64 US-Dollar je Barrel nach Tendenz: fallend. Gasöl zieht minimal auf 673,25 Dollar je Tonne an Tendenz: steigend. Der US-Dollar fällt auf 0,8364 Euro Tendenz: fallend. Damit kostet der Euro 1,1951 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages (Freitag).

Nationaler Markt



Die Heizölpreise sinken heute Morgen leicht, bleiben aber in Sichtweite des Jahreshochs von 68 Euro, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. In vielen Regionen Deutschlands müssen noch immer über 67 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung gezahlt werden.

Der Binnenmarkt für Heizöl ist in der letzten Woche aus seiner Frühjahrsmüdigkeit erwacht. Die Aktivität sprang vor dem Hintergrund der Iran-Krise auf den höchsten Stand seit Monaten. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, zeigt auch heute eine sehr hohe Kaufbereitschaft der Interessenten für die nächsten Tage. Fast die Hälfte der Kundschaft rechnet mit weiter steigenden Heizölpreisen. Das ist ein außergewöhnlich hoher Anteil.

Die kurz- und mittelfristigen Preischarts für Heizöl zeigen zudem einen sehr stabilen Aufwärtstrend, der in den letzten Wochen an Fahrt aufgenommen hat. Man muss schon über fünf Jahre in den Blick nehmen, um einen Abwärtstrend zu konstruieren.

Was tun? Wer zu lange gewartet hat und jetzt kaufen muss, könnte noch etwas abwarten, bis sich die Aufregung um die Irankrise gelegt hat, und dann seinen Bedarf mit einer Teilmenge decken. Sollten die Preise dann doch weiter steigen, muss vor dem Herbst nicht mehr reagiert werden.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.