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Heizölpreise: Versklavt vom zwitschernden Präsidenten

Internationaler Markt


Überraschung! Der unberechenbare Präsident der USA macht seinem Attribut alle Ehre und verkündet, dass er über den Atom-Deal mit dem Iran nicht am 12. Mai, sondern heute entscheiden wird. Geschrieben und veröffentlicht über den offiziösen Nachrichtenkanal des Weißen Hauses, Twitter.

Die Meldung versetzte im Öl investierte Finanzjongleure in Aufruhr. Sie verkauften einen Teil ihrer reichlich angehäuften Longpositonen (Papiere auf steigende Preise). Daraus ließe sich der Schluss ziehen, dass sie nicht mehr mit neuen Sanktionen gegen den Mullah-Staat rechnen. Diese Interpretation wäre allerdings unzutreffend. Vielmehr geht es ihnen um eine Risikoverringerung der bisher verfolgten Alles-auf-eine-Karte-Zockerei. Damit hatten sie die Ölpreise binnen eines Monats um fast 14 Prozent in die Höhe getrieben.

Nun liegt die Frage nahe, ob eine Verschärfung der Sanktionen mit der Konsequenz, iranisches Öl teilweise aus dem Markt zu nehmen, weiteres bullisches Preispotenzial hätte. Nicht minder interessant ist die Gegenfrage, ob eine Absage an neue Sanktionen zu einem Preisverfall führen würde. Beides ist möglich und beides ist extrem spekulativ. In der Finanzszene ist die Spannung sehr hoch. Die Heizölszene ist spürbar interessiert.

Des einen Leid ist in dieser Angelegenheit des anderen Freud. Sollten neue Sanktionen mit Ölbeschränkungen kommen, würde Europa darunter erheblich leiden. Für China und andere nicht-westliche Verbraucher wäre es von Vorteil. Ihnen würde eine günstige Bezugsquelle für Öl und Gas quasi exklusiv zur Verfügung stehen. Die USA, genauer gesagt ihre Bürger, würden wahrscheinlich einen überschaubaren Preis für Sanktionen bezahlen. Die rasant wachsende Ölindustrie des Landes wäre indes ein Profiteur der Maßnahme.

Heute Abend gegen 20 Uhr wird die Spekulation ein Ende haben. Dann werden die Ölpreise einmal durchgeschüttelt und eventuell auf eine Rallye geschickt. Damit wird der Markt allerdings nicht zur Ruhe kommen, denn an Venezuela und dem möglichen Untergang der dortigen Ölindustrie können sich Zocker weiterhin austoben.

Heute Morgen pendeln die Ölpreise an den Börsen unruhig aber in der Höhe begrenzt auf und ab. Die erwähnte Spannung wirkt greifbar. Es liegt eine Alles-ist-möglich-Stimmung in der Luft.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 70,17 Dollar Tendenz: fallend und das Barrel Brent zu 75,63 Dollar Tendenz: gleichbleibend gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 663,75 Dollar Tendenz: gleichbleibend. Der US-Dollar kostet 0,8380 Euro Tendenz: steigend. Damit kostet der Euro 1,1929 Dollar Tendenz: fallend. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt


Die Heizölpreise halten ihr hohes Niveau, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. Der nächtliche Ölpreiseinbruch erreicht sie nicht, so wie sie der über Stunden zuvor aufgelaufene Ölpreisanstieg nicht erreichte. In den Heizölpreisen wird nicht jeder Börsenirrsinn vollständig widergespiegelt.

Das Heizölgeschäft im Binnenmarkt ist ruhig. Das gute Wetter und der gestiegene Preis haben das Interesse an Heizöl betäubt. Käufer gibt es natürlich immer noch und es gibt eine beachtliche Zahl von Beobachtern. Einige von ihnen wurden nun zu Käufern, weil sie die Hoffnung auf tiefere Preise verließ. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf dem geringst möglichen Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends sind für Verbraucher wenig verheißungsvoll. In fast allen Zeitdarstellungen geht es aufwärts. Einzig die Zehn-Jahres-Ansicht ist im Dauer-Abwärtsmodus.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Sie keine spekulativ eingestellte Persönlichkeit sind, verschaffen Sie sich durch einen Heizölkauf Ruhe, gegebenenfalls auch nur mit einer Teilmenge! Als Spekulant brauchen Sie sehr starke Nerven. Aktuell läuft der Preis gegen Sie. Mit einem Geduldspolster von mehreren Monaten könnten Sie eventuell noch einen Blumentopf gewinnen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.