Heizöl Preisvergleich Ölpreis Kommentar Impressum Aktuelle Heizölpreise    

Nachrichten

Heizölpreise: The trend is your friend

Internationaler Markt



"The trend is your friend," sagen sich die Trader und treiben die Ölpreise auf ein neues Dreijahreshoch von über 69 Dollar je Barrel. Der Chor der warnenden Stimmen wird lauter und warnt vor einer Überhitzung, denn die Rohölpreise haben seit Dezember bereits um 13 Prozent zugelegt.

Das heißt im Umkehrschluss, dass vorsichtige Händler bereits verkauft haben und Spekulanten mehr oder weniger unter sich sind. Damit verlieren fundamentale Informationen aus dem Ölmarkt an Bedeutung, denn die meisten Hedgefonds orientieren sich eher am Chartbild, an sehr kurzfristigen Preisschwankungen oder an allgemeinen Markttrends. Das heißt aber auch, dass der Ölpreis plötzlich schwanken kann, ohne dass es irgendwelche Impulse aus dem Ölmarkt gibt.

Einen Vorgeschmack gab der gestrige Lagerbericht des amerikanischen Energieministeriums (DOE). Die Erwartungen waren hoch gesteckt, nachdem der Branchenverband API am Tag davor einen enormen Abbau der Rohölbestände um 11,2 Mio. Barrel geschätzt hatte. Doch das DOE konnte das nicht bestätigen: Die Rohöllager schrumpften nur um 4,9 Mio. Barrel, während die Bestände an Benzin und Diesel/Heizöl fast doppelt so stark zulegen konnten.

Hier die Lagerveränderungen in der Übersicht:
Rohöl: -11,2 Mio. Barrel (API) bzw. -4,9 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: +4,7 Mio. Barrel (API) bzw. +4,3 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: +4,3 Mio. Barrel (API) bzw. +4,1 Mio. Barrel (DOE)

Doch diese bärische Meldung konnte die Hedgefonds nur einige Minuten lang aus dem Konzept bringen. Die Preise zogen wieder an und Brent-Rohöl ging mit Gewinnen aus dem Handel. Trader verwiesen zur Begründung auf eine geringere Rohölproduktion in der letzten Woche, die aber offensichtlich eine Folge verspäteter Meldungen und der starken Schneefälle waren. Doch diese "Details" wurden ignoriert.

Auch aus anderen Teilen des Ölmarkts gibt es Warnzeichen. Die höheren Preise lockern die Disziplin im Ölkartell OPEC. Um sich Absatzmärkte zu sichern, räumen Iran und Irak ihren Kunden immer großzügigere Rabatte ein. Auch die Saudis werden nervös, da die strategisch wichtigen asiatischen Märkte von Teheran und Bagdad bearbeitet werden, während der amerikanische Markt allmählich wegbricht.

Damit wächst die Spannung: Wie lange können sich die trendorientierten Hedgefonds noch gegen die eher ernüchternden Meldungen aus dem physischen Ölmarkt behaupten?

Heute Morgen startet der Markt erst einmal unverändert: Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet im Moment 63,46 Dollar je Barrel Tendenz: gleichbleibend. Brent-Rohöl liegt bei 69,05 US-Dollar je Barrel Tendenz: fallend. Gasöl tendiert minimal stärker bei 612,25 Dollar je Tonne Tendenz: steigend. Der US-Dollar liegt fast unverändert bei 0,8375 Euro Tendenz: gleichbleibend. Damit kostet der Euro 1,1940 Dollar Tendenz: gleichbleibend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages.

Nationaler Markt



Die deutschen Heizölkäufer sehen sich unablässig steigenden Notierungen gegenüber, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Der etwas stärkere Dollar und das teure Rohöl halten die Preise für eine Standardlieferung (3000 Liter) in vielen Regionen über der Marke von 62 Euro für 100 Liter.

Der Binnenmarkt für Heizöl ist weiterhin recht aktiv. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, zeigt zudem eine sehr hohe Kaufbereitschaft für die nächsten Tage. Fast jeder zweite Kaufinteressent befürchtet, dass die Heizölpreise weiter steigen werden. Das ist ein ungewöhnlich hoher Anteil.

Auch die Charttechnik gibt keine Entwarnung: Der kurzfristige Preischart (3 Monate) zeigt einen klaren Aufwärtstrend, der im 12-Monats-Chart noch eindrucksvoller erscheint. Seit dem Sommer haben die Heizölpreise um 25% zugelegt. In den noch längeren Zeitintervallen (36 Monate/60 Monate) überwiegen ebenfalls die Aufwärtsindikatoren. Das charttechnische Bild lässt also deutliche Preisrisiken erkennen.

Also was tun? Zu den aktuell hohen Preisen kaufen oder auf einen Preisrückgang spekulieren? Zur Beruhigung der Nerven bietet sich die Deckung des Bedarfs mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter) an. So bleibt die Chance erhalten, einen möglichen Preisrückgang zu nutzen, aber auch die Freiheit, auf einen weiteren Preissprung oder einen Kälteeinbruch nicht sofort reagieren zu müssen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.