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Heizölpreise: Zuviel Blei in der Luft

Internationaler Markt


Der Blick auf die Preisentwicklung für Rohöl der Sorte Brent sieht alles andere als furchteinflößend aus. Seit einigen Tagen tendieren die in Dollar notierten Werte seitwärts. In Euro steigen sie. Das deutet darauf hin, dass nicht Öl, sondern der Dollar bullisch ist. Die aktuelle Nachrichtenlage lässt anderes erwarten. Man glaubt in ihr einen neuen Hang zur Gewalt erkennen zu können.

Um den Irak ist es zwar still geworden. Dafür toben in Palästina entsetzliche Kämpfe. Die haben ausnahmsweise wenig mit den Ölpreisen zu tun. Anders verhält es sich bei den Abschüssen in der Ukraine und in Libyen. Nach dem malaysischen Passagierflugzeug wurden gestern zwei ukrainische Kampfjets von prorussischen Separatisten vom Himmel geholt. Vor Tripolis wurde bei den Kämpfen am internationalen Flughafen ein Tanker durch Beschuss in die Luft gejagt. Welche Milizengruppe dafür verantwortlich ist, ist weder bekannt noch relevant.

Heute wird die EU weitere Sanktionen gegen Russland verkünden. Sie hat keine andere Wahl. Dabei wird man sich bemühen, Kollateralschäden für die Energieversorgung zu vermeiden. Je ernster die Maßnahmen sind, desto wahrscheinlicher wird eine Wirkung auf die Versorgung und auf die Preise. Aus Libyen kommt trotz des bestehenden Angebots kein Öl. Wegen der unsicheren Lage machen Käufer einen Bogen um das Land. Die genannten Umstände sind bullisch. Dem stehen die jüngsten Zahlen aus dem Irak gegenüber. Sie weisen, oh Wunder, einen Anstieg der Ölexporte aus.

Bullisches hatte man auch von den US-Bestandsdaten erwartet. Es blieb weitgehend aus. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Erhebungen zuständigen Institutionen, berichten zwar von einem Rückgang in den Rohöllagern. Für die Produktenlager können sie aber Anstiege verkünden. Die fallen insbesondere bei Benzin unerwartet hoch aus. Alles, was die USA nicht im eigenen Land verfeuern, hat die Chance, früher oder später auf den Weltmarkt zu gelangen und dort dämpfend auf die Preise zu wirken. Die Zahlen lauten im Einzelnen wie folgt:

Rohöl: -4,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 1,0 (DOE) bzw. 5,5 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt unverändert starke 94 Prozent.

Aus Verbrauchersicht kommen die Ölnotierungen alles in allem gut durch die bleihaltige Lage. Es macht Sinn, mit anziehenden Preisen zu rechnen. Sorgen vor übertriebenen Reaktionen sind aber unberechtigt. Gestern legten die Kurse ein wenig zu. Heute Morgen halten sie ihr Niveau. Die Tonne Gasöl kostet 887,50 Dollar Tendenz: steigend. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 102,97 Dollar Tendenz: steigend und in London zu 107,99 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Für einen Euro erhält man 1,3466 US-Dollar Tendenz: gleichbleibend.

Nationaler Markt


Unsere Heizölpreise befinden sich in einem kurzfristigen Aufwärtslauf, der weniger der Entwicklung im Ost-West-Konflikt als der des Dollars geschuldet ist. Im 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz sieht das recht unfreundlich aus. Die anderen Zeiteinstellungen zeigen aber, dass die Situation nicht sehr bullisch ist.

Der Binnenmarkt büßt heftig an Dynamik ein. Der Handel wünscht sich bereits wieder mehr Geschäft, obwohl er noch mit den Aufträgen der letzten Tage zu tun hat. Nun wachsen die Rabatte in den Preisen wieder. Sie reichen aber nicht, um die Teuerung glattzustellen. Laut unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl verhält sich die Masse der Kunden mittlerweile so, als wolle sie sagen, es gibt bessere Kaufpreise als in diesen Tagen.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt ihnen Recht. Einen starken Kaufgrund stellt der aktuelle Preis tatsächlich nicht dar. Das heißt nicht, dass er schlecht ist. Man muss ihn im politischen Kontext und in Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat bewerten. Unsere Leser sind hinsichtlich ihrer Preiserwartung zwiegespalten. Da ist sowohl Sorge als auch Hoffnung auf bessere Preise zu erkennen. Wer auf günstigeres Heizöl setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Die aktuelle Preisbewegung ist im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.