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Heizölpreise: Vorsicht, die OPEC ist handlungsfähig!

Internationaler Markt


Ankündigung, Ausführung, Bestätigung, das ist die Agenda zu den Bemühungen um die Förderkürzung der OPEC. Nachdem sich bei den Meldungen über die planmäßige Ausführung der Vorhaben erst ungläubiges, bald darauf anerkennendes Erstaunen breit machte, sehen wir nun die Ergebnisse in sinkenden Lagerbeständen. Mehr Bestätigung geht nicht.

Dabei war das, was in den letzten Wochen in den US-Lagern geschah, irreführend. Die gewaltigen Aufbauen schienen das Gegenteil von dem zu zeigen, was die OPEC meldete. Ursächlich für die Missinterpretation ist die räumliche Entfernung der Ölabnehmer von den Lieferanten. In Zeit ausgedrückt beträgt sie fast 50 Tage. Solange dauert der Schiffstransport. Das heißt, dass die neue Realität rund um den persischen Golf erst ab dieser Woche in den US-Lagerdaten sichtbar werden konnte. Nun ist sie sichtbar.

Der Abbau ist so deutlich wie zuvor der Aufbau. Nach dem Ausverkauf von Rohöl folgt in der Tat die Angebotskürzung. Wenn diese noch nicht ultimativ in den Rohölzahlen des DOE (Department of Energy) zu erkennen ist, liegt das einzig an der sehr schwachen Raffinerieverfügbarkeit. Betreiber nutzen die reduzierte Winternachfrage, um ihre Anlagen für den nächsten Nachfrageanstieg fit zu machen. Daher konnte selbst die gekürzte Rohölmenge nicht vollständig verarbeitet werden. Die Zahlen des API (American Petroleum Institute) deuten bereits die zu erwartende Wirkung an. Im Einzelnen wurden folgende Lagerdaten zur Veränderung gegenüber der Vorwoche veröffentlicht:

Rohöl: +0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -4,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 6,9 (DOE) bzw. 6,0 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung fiel auf schwache 84 Prozent.

Andernorts auf der Welt werden die schwimmenden Lager, das sind die auf Reede befindlichen Tankschiffe, entladen. Auch das ist eine Wirkung, die die OPEC erzielen wollte, die deutliche Senkung der globalen Lagerbestände. Da die Schifflagerung teurer ist als die Landlagerung, sinkt sie als erste.

Die Zeichen für einen weiteren Preisanstieg stehen aus Sicht der Ölanbieter also gut. Finanzjongleure tasten sich noch verhalten heran. Positioniert haben sie sich ohnehin schon lange. Sie halten Rekordmengen von Kontrakten auf steigende Kurse. Die jüngsten Preisbewegungen bei Rohöl und Gasöl könnte man durchaus als Vorbereitung eines Ausbruchs aus dem Seitwärtstrend ansehen, nach oben versteht sich. Eine Gegenanzeige kommt derzeit allenfalls über die zu erwartende Steigerung der US-Produktion. Ihr Ausmaß ist noch nicht einschätzbar.

An den Börsen sind noch keine klaren Ergebnisse zu erkennen. Heute Morgen geht es auf und ab, in Summe also weiterhin seitwärts. Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 54,31 Dollar Tendenz: steigend und das Barrel Brent zu 56,42 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 498,50 Dollar Tendenz: steigend. Der US-Dollar kostet 0,9436 Euro Tendenz: fallend. Damit kostet der Euro 1,0595 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt


Die Heizölpreise drücken den kurzfristigen Abwärtstrend immer weiter in Richtung Seitwärtstrend. In der 12-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz wird man die letzten Wochen ohnehin nur so interpretieren. Nun stellt sich die Frage, ob der hier hinterlegte Aufwärtstrend bestätigt wird oder ob es eine neue Change für Abwärts geben sollte. Viel Optimismus ist dabei nicht angebracht.

Der Binnenmarkt ist für die Jahreszeit ruhig. Käufer werden weniger von den Heizölpreisen gelockt als von ihren Tankbeständen. Beobachter haben sich in ihrer Einschätzung zur weiteren Entwicklung auf den kurzfristigen Preistrend eingeschossen. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem moderaten Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends sind mehrdeutig. Im kurzfristigen Zeitintervall geht es noch abwärts. Mittel- und längerfristig liegen Aufwärtstrends vor. Langfristig weisen die Trends ebenfalls abwärts. Insgesamt ist die Basis, die die Hoffnung auf einen Preisabgang trägt, schwach.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank eine Füllung verlangt oder Sie zum Ärger über verpasste Chancen neigen, verschaffen Sie sich durch einen Kauf einfach Ruhe! Aufgrund der uneinschätzbaren zukünftigen Preisentwicklung raten wir in diesem Fall zur Eindeckung mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter). So bleibt die Chance erhalten, gegebenenfalls an einem Preisabgang teilzuhaben.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.