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Heizölpreise: Und sie bewegen sich nicht

Internationaler Markt


Die US-Notenbank (FED) verschiebt die angekündigte Zinserhöhung, weil, so die offizielle Begründung, die Inflation zu gering ist. Die FED setzt sich damit nicht deutlich von der ultralockeren Geldpolitik der EZB ab. Man kann die Entscheidung auch als taktische Maßnahme im Währungskampf verstehen. Der Dollar stieg nach der Pressemitteilung der FED überraschenderweise an. Mittlerweile werden die Gewinne wieder abgegeben. Damit tritt die für die gewählte Entscheidungsvariante erwartete Währungsschwingung tatsächlich ein.

Die großen Investment- und Zockerbanken unterbieten sich seit einigen Wochen mit Zielpreisschätzungen für die Ölpreisentwicklung. Allesamt gehen von noch tieferen Bodenbildungswerten aus. Da werden sogar Preise unter 30 Dollar pro Barrel genannt. Diese würden innerhalb der ersten Jahreshälfte eintreten. Danach ginge es wieder aufwärts bis in die Region zwischen 60 und 70 Dollar pro Barrel. Man kann das glauben, man muss es nicht glauben. Besonders gut waren die Finanzjongleure der Häuser nie mit ihren Zielangaben. Sie kommunizieren nicht als neutrale Beobachter der Finanzmärkte, sondern um Vorteile für den Eigenhandel zu erzielen.

Die US-Ölbestände standen in den von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) herausgegebenen Berichten der letzten Woche bereits auf dem höchsten jemals aufgenommenen Wert. Gemäß dem gestern veröffentlichten Report werden die hohen Gesamtbestände und die Rohölbestände erneut getoppt. Die Heizöl-, Diesel- und Benzinbevorratung sank dabei allerdings. Die Nachfrage nach Produkten fiel in der abgelaufenen Woche höher aus als erwartet. Insgesamt sind die Meldungen neutral für die Preisbildung zu beurteilen. Im Einzelnen lauten die Veränderungen wie folgt:

Rohöl: +8,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +12,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -3,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,4 (DOE) bzw. 7,0 (API) Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Raffinerieauslastung beträgt 88 Prozent. Dieser relativ geringe Wert ist normal für die Jahreszeit, in der die Nachfrage ebenfalls vergleichsweise gering ist. Die Betreiber nutzen diese Periode für Revisionsarbeiten.

Heute Morgen tendieren die Öl- und Devisennotierungen moderat abwärts. Als kurzfristiger Trend dürfte sich daraus eine Seitwärtsbewegung einstellen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 472,75 Dollar Tendenz: fallend. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 44,43 Dollar Tendenz: fallend und in London zu 48,53 Dollar Tendenz: fallend gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8849 Euro Tendenz: steigend. Damit kostet der Euro 1,1301 Dollar Tendenz: fallend.

Nationaler Markt


Unsere Heizölpreise haben die Bewegung eingestellt. Sie kleben am oberen Rand des kurzfristigen Abwärtstrends fest, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Am Wochenanfang sah es so aus, als wollten die Preise die Richtung wieder zugunsten der Verbraucher ändern. Bis heute haben die noch nichts gewonnen. Preisrückgang ist wieder ein mühsames Unterfangen.

Im Binnenmarkt wurde das Kaufinteresse aufgrund der bullischen Entwicklung in der letzten Woche befeuert. Inzwischen sind die Bestellungen deutlich zurückgegangen. Der Handel ist dennoch hart gefordert. Er muss alte Aufträge und vermehrt Eilbestellungen abarbeiten. Letzte haben notgedrungen Vorrang. Sie stören die Optimierung der Logistik. Ganz ohne längere Lieferzeiten geht es daher nicht.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nur noch auf einem mittleren Wert. Es gibt zwar eine Menge Käufer aber noch mehr Beobachter, die auf tiefere Preise spekulieren. Der Glaube an günstigeres Heizöl hat weiterhin eine ordentliche Mehrheit, wie die Lesereinschätzung zeigt.

Die Beobachter fühlen sich möglicherweise vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt. Es zeigt keine Kaufsignale mehr. Man kann das mutig sehen und vertrauensvoll auf das nächste Signal warten. Es kommt bestimmt. Ob der Preis dann tiefer liegt als heute, ist allerdings nicht gewiss.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge könnte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Die größte Gefahr, dass die Trends nun irreführend sind, geht aus unserer Sicht vom Dollar aus. Dessen Aufstieg ist furchteinflößend.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, der in den letzten Monaten aufgelaufen ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie auf noch bessere Preise setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

  1. Heizölpreise von: esyoil.com