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Heizölpreise: Hier rollt die Kaufwelle

Internationaler Markt


Die Ölwelt ist selten friedlich. Meistens findet irgendwo auf der Erde ein „Krieg um Öl“ statt, das heißt ein Krieg, dessen Ursache mit dem Zugriff auf Öl begründet wird. Gemäß klassischer Wirtschaftslogik müssen derartige Kriege zunehmen, weil die Ressourcen knapper werden. In diesen Tagen funktionieren Wirtschaft und Logik anders. Die Wirtschaft entwickelt sich nicht plangemäß und die Formel lautet „Krieg und Öl“. Kriege finden in oder mit ölreichen Ländern statt, bei denen es nicht um den Zugriff auf Öl geht.

Wirtschaftdaten kommen wir Bingozahlen herein. Ihr Muster mutet zufällig an. Für die USA wurden zuletzt wieder freundliche Indikatoren gemeldet. Europa und vor allen Dingen China lieferten unfreundliches Zahlenwerk. Das kann morgen schon anders sein. US-Notenbänker arbeiten an der Abkehr vom exzessiven Geldschöpfen und reden über die Rückkehr zu „normalen“ Zinsen unter Verweis auf die gute Entwicklung im Land. Die Bevölkerung wird darüber vermutlich anders sprechen. Die Finanzszene nutzt die Äußerungen, um den Dollar anständig aufzuwerten.

Der Irak, Libyen, Nigeria, Russland und andere Regionen lehren uns, dass Öl problemlos am Terror vorbei seinen Weg in den Markt findet. Gegebenenfalls nehmen Terroristen das Geschäft selbst in die Hand. Die explosive Lage zeigt sich erstaunlich stabil. Der Ölstrom scheint eine Flut zu entwickeln. Aktuell erhöht Libyen das Angebot. Morgen kann es der Iran sein, wenn die Atomgespräche das hergeben. Dass sie positiv verlaufen, ist in Teheran nun Chefsache.

Der größte Zuwachs des Ölangebots kommt derzeit aus den USA gefolgt von den Arabischen Emiraten, Kanada und Russland. Für US-Raffinerien ist die Ölschwemme im eigenen Land ein ungeheueres Erlebnis. Sie fahren damit lange nicht mehr gekannte Margen ein. Billig einkaufen, kochen und teurer verkaufen. Normalerweise müssten sie schon an der Umstellung auf Winterware arbeiten. Aber sie nutzen ihren guten Lauf und erhöhen die Sommerauslastung. Dabei entsteht sehr viel Dieselkraftstoff für den Export.

So ist es zu erklären, dass DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die US-Bestandsdaten zuständigen Institutionen, erneut Rückgänge in den Rohöllagern melden, die eine mehr, die andere weniger. Die Rückgänge in den Heizöl- und Diesellagern sind dem Export geschuldet. Der Zuwachs bei Benzin (DOE) deutet auf eine schwache Binnennachfrage hin. Die Benzinzahl vom API wird als unplausibel gestrichen, nicht von uns, sondern von den Finanzleuten. Hier sind die Zahlen im Einzelnen:

Rohöl: -4,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 4,9 (DOE) bzw. 4,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 93 Prozent. Alles in allem sind die Daten ein wenig bullisch. Aber die Finanzszene ist in diesen Tagen nicht bullisch. Also bleiben die Notierungen mehr oder weniger unbewegt.

Heute Morgen tendieren sie sogar abwärts. Das könnte durchaus noch einmal ein Tagesverlauf werden. Der kurzfristige Abwärtstrend gibt nach unserer Einschätzung mehr Abgang her, bevor er in nicht all zu ferner Zukunft wieder dreht. Denn bei aller Freude über das viele Öl wird den Finanzjongleuren auffallen, dass die Nachfrage trotz schwacher Konjunktur Jahr für Jahr steigt. Die Tonne Gasöl kostet 857,25 Dollar Tendenz: gleichbleibend. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,12 Dollar Tendenz: fallend und in London zu 101,88 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7541 Euro Tendenz: steigend.

Nationaler Markt


Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Sie stecken nach wie vor in einem schwachen, kurzfristigen Aufwärtstrends, wie dem 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Da die anderen Zeiteinstellungen alle abwärts weisen, ist der bullische Ausdruck der kurzfristigen Ansicht gering.

Der Binnenmarkt ist sehr belebt. Gute Auftragseingänge treffen auf einen Handel, der teilweise im Urlaub und teilweise in der Belieferung von landwirtschaftlichen Betrieben mit Diesel steckt. Das nimmt Transportkapazitäten aus dem Heizölgeschäft und erhöht die Lieferzeiten. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie mit den Heizölpreisen sehr zufrieden sind.

Unsere Leser hoffen mehrheitlich auf noch bessere Preise, allerdings mit abnehmender Tendenz. Hinter den agilen Käufern stehen offensichtlich weitere Interessenten, die bei tieferen Preisen zu Käufern werden. Wer der allgemeinen Stimmung folgt und auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt nun in fast allen Regionen Deutschlands ein Kaufsignal. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten der Kunden. Dass die Signale in einem wenig ausgeprägten Abwärtslauf generiert werden, deutet auf den seitwärts gerichteten Grundcharakter der Preisentwicklung hin.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.