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Heizölpreise: Entspannung ohne politischen Fortschritt

Internationaler Markt


Die Finanzszene lässt sich einmal mehr von einer schwachen Konjunkturerwartung Chinas enttäuschen. Aktuelle Wirtschaftsdaten aus den USA sehen etwas besser aus. Wirklich bemerkenswert ist weder die eine noch die andere Zahl. Die aus China schafft es aber immerhin, die Ölpreise ein wenig zu dämpfen.

Die erwarteten Öllieferungen aus Libyen kommen nicht in Gang. Diese Meldung klingt bullisch. Überraschen sollte sie angesichts der zerrütteten Verhältnisse im Land aber niemanden. Und da der Umstand auf einen allgemein gut versorgten Markt trifft, ist der Einfluss auf die Ölpreise nicht messbar.

Messbar ist hingegen das politische Theater um die Ukraine. Es trieb die europäischen Ölnotierungen bisher um rund fünf Prozent in die Höhe. Der Anstieg ist ärgerlich, weil er nach unserer Einschätzung so unnötig ist wie das Gezänk der weltpolitischen Elite. Hier wird ein Streit um territoriale Ziele Russlands und deren Verhinderung durch den Westen ausgetragen. Zäh wird die Angelegenheit durch den Verzicht auf die Formulierung eigener Ziele seitens des Westens. Diese Ausgangslage blockiert konstruktive Verhandlungen und lässt keinen Raum für Kompromisse. Mehr noch, sie verhindert Lösungen für die Betroffenen vor Ort. Russland kommt immerhin mit Struktur, Gas und Geld. Die USA kommen mit einem Lebensmodell, das für einen Teil der Ukrainer attraktiver ist als das russische, und mit der Aussicht auf Gaslieferungen in einer fernen Zukunft. Beides, Lebensmodell und Gas, wird die Menschen über Jahre nicht erreichen. Wahrscheinlich erreicht es sie nie.

Derzeit verfügen die USA über keine Gasüberschüsse, die sie verkaufen können. Und die Ukraine hat weder die Infrastruktur, um diese zu importieren, noch das Geld, um diese zu bezahlen. Hilfe für die Menschen verlangt eine andere Basis. So werden sich die Widersacher noch lange streiten und Russland wird einen Teil seiner Ziele realisieren. Letztes wird einigen Menschen vor Ort gut gefallen und die Medien hierzulande über Sieg und Niederlage schwadronieren lassen.

Den gestiegenen Ölpreisen ist übrigens anzusehen, dass keine akute Kriegsgefahr besteht. Kriegsgetriebene Preise zeigen nämlich deutlich höhere Ausschläge. Es ist gut möglich, dass der kurzfristige Aufwärtstrend nun sein oberes Ende erreicht hat, trotz des unbeendeten Konflikts in der Ukraine. Heute Morgen sehen alle Preise besser aus als gestern. Die Tonne Gasöl kostet 923,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 101,64 Dollar und in London zu 109,19 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,33 Eurocent.

Nationaler Markt


Unsere Heizölpreise geben ein wenig nach. Die Vorgaben durch die Öl- und Dollarnotierungen lassen das zu. Ein Richtungswechsel der Preisbewegung auf dem aktuellen Niveau wäre die letzte Chance, den mittelfristigen Abwärtstrend zu retten. Es gibt also noch Hoffnung, dass die verbraucherfreundlichen Verhältnisse erhalten bleiben. Der Binnenmarkt ist extrem ruhig. Die Kauflaune ist dahin. Daran ändern auch die in den Preisen enthaltenen Rabatte nichts. Sie lassen das Preisniveau nicht besser aussehen. Unsere Kunden erwarten mehrheitlich wieder tiefere Preise. Wer darauf spekuliert, braucht nach wie vor hohes Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wer derzeit gezwungen ist, Heizöl zu kaufen, soll wissen, dass die Preise immer noch besser sind als Ende April der letzten drei Jahre. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten


preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl:
Ukraine-Konflikt
US-Konjunkturdaten
Weniger Öl aus der Nordsee

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl:
Zweifel an Chinas Konjunktur
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm
Rohölnachfrage der Raffinerien frühjahrsbedingt schwach
Libyen beginnt etwas mehr Öl zu exportieren