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Heizölpreise: Der Abgang stockt

Internationaler Markt


Die Mutter jeder Preisgestaltung ist die Kommunikation. Mit dieser Devise gelang es den OPEC-Strategen im letzten Jahr, die Ölpreise aus ihrem Langzeittief herauszuholen. Die in der Sache außerordentlich kompetente Finanzindustrie zollte Anerkennung für die gut terminierten „verbalen Interventionen“, die den taktischen Kern des Programms bilden.

Da erfahrbare physische Veränderung in jedweder Ausprägung bisher ausblieb und allem Anschein nach im Jahresverlauf ausbleiben wird, liegt der Gedanke nahe, dass die taktische Kommunikation der OPEC bereits ihre Strategie ist. In anderen Worten, es wäre ein Wunder, wenn in diesem Jahr irgendwo auf der Welt die Andeutung einer angespannten Versorgung spürbar werden würde. Genau das müsste passieren, um der Überversorgung eine ausgleichende Komponente zu verabreichen.

Wenn das Ziel also nicht erreichbar ist, muss es geändert werden. Gute Kommunikation ist dazu da, derlei Misserfolge zu Erfolgen umzudeuten. Die OPEC definiert nach neuster Sprechart den angestrebten ausgeglichenen Markt nicht mehr dort, wo er spürbare Effekte für Verbraucher zeigt, gleichsam an der Marktfront, sondern im Hinterland an den Tanklagern. Ziel ist es, deren immer noch überbordende Bestände auf den langjährigen Durchschnittswert zurückzuholen. Dazu sei eine zeitlich begrenzte Kürzung im Umfang der eingelagerten Überschussmenge notwendig. Diese werde auch geboten, gegebenenfalls über eine Verlängerung des Kürzungsabkommens.

Wir warten also auf die Entwicklung der Ölbestandsdaten und die den physischen Vorgang einschließende Darstellung der Angelegenheit. Die Finanzszene als erster Abnehmer und preisexekutierendes Organ der Verlautbarungen steht ihren Inhalten außerordentlich wohlwollend gegenüber. Solange sich die OPEC als kommunikativ kreative Institution erweist, bleibt ihr der Nachweis der physischen Kürzung erspart.

An den Ölbörsen kam das gestern durch einen schwungvollen Tag ohne nennenswerten Nettoeffekt zum Ausdruck. Heute dürfte der Handel ähnlich verlaufen. Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 47,98 Dollar Tendenz: steigend und das Barrel Brent zu 50,97 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 453,75 Dollar Tendenz: steigend. Der US-Dollar kostet 0,9211 Euro Tendenz: steigend. Damit kostet der Euro 1,0853 Dollar Tendenz: fallend. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt


Die Heizölpreise dümpeln vor sich hin. Zwar liegt im kurzfristigen Bereich ein strikter Abwärtstrend vor. Dieser wird aber nur noch seitwärts durchlaufen, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Seitwärts liegt auch mittel- und längerfristig als naheliegende Preisentwicklung auf der Hand.

Im Binnenmarkt wird es ruhiger. Die Einladungen von Wetter und Preisen für einen Kauf sind nicht gerade überzeugend. Überzeugt sind unentwegte Beobachter indes davon, in Kürze günstiger Heizöl bestellen zu können. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem sozialistischen Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends sind mehrdeutig. Im kurzfristigen Zeitintervall (3 Monate) geht es streng abwärts. Mittelfristig (12 Monate) wird gerade eine Schlacht um die Zukunft ausgefochten, nach deren Entscheidung alle Richtungen möglich sind. Das ergibt sich aus der Trendformation des Dreiecks. Längerfristig (36 Monate) liegt ein Aufwärtstrend vor. Langfristig (60 und 120 Monate) weisen die Trends abwärts. Insgesamt hat sich die Basis, die die Hoffnung auf einen Preisabgang trägt, deutlich aufgehellt.

Das mathematische Tiefpreis-System meldet in allen Regionen Kaufsignale. Das ist ein klares Statement.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank eine Füllung verlangt oder Sie zum Ärger über verpasste Chancen neigen, verschaffen Sie sich durch einen Kauf einfach Ruhe! Aufgrund der uneinschätzbaren zukünftigen Preisentwicklung raten wir in diesem Fall zur Eindeckung mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter). So bleibt die Chance erhalten, gegebenenfalls an einem weiteren Preisabgang teilzuhaben.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.