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Heizölpreise: Angebot wird nicht gewürdigt

Internationaler Markt


Der Ölmarkt entwickelt sich prächtig. Leider schlägt das kaum auf die Preise durch. Die stehen nach wie vor im Bann der Ukraine-Krise. Die Tatsache, dass die vermeintlichen Schutzmächte, Russland und die USA-EU-Allianz, das Problem mehr zur medialen Pflege überkommener Feindschaften nutzen, als an der Verhinderung eines Bürgerkriegs und dem Zerfall des Pleitestaats zu arbeiten, gibt der Preisbildung eine starke politische Komponente. An den Börsen sagt man, politische Kurse hätten kurze Beine, und meint damit die Dauer ihres Einflusses. Dieser scheint sich in diesem Fall allerdings als Dauerläufer herauszustellen. Die kurzen Beine treffen eher auf die Höhe des Preisimpulses zu. Der ist im Chart gut zu erkennen. Für ein kriegsschwangeres Zeitgeschehen ist der Ausschlag dennoch relativ moderat. Die Geschichte hat in so einer Angelegenheit deutlich stärkere Börsenreaktionen zu bieten.

Es könnte sein, dass die aktuelle Dämpfung auf die heute beginnenden Gespräche der „Schutzmächte“ in Genf zurückzuführen ist. Das Börsenmotto hierzu lautet, nun reden sie wenigstens wieder miteinander. Wahrscheinlicher ist hingegen, dass sie mit der physischen Marktlage zu tun hat. Für ihre Einschätzung lieferten DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die US-Bestandserhebung zuständigen Institutionen, in dieser Woche beeindruckende Daten. Demnach erreichte die Zunahme der Rohölvorräte im raffineriestarken Süden der USA einen historischen Höchstwert. Die landesweite Gesamtzunahme ist die stärkste seit 2001. Mit solchen Informationen im Gepäck könnten die Ölnotierungen trotz der politischen Verwerfungen auch mal wieder fallen. Das weiterführende Zahlenwerk zur Entwicklung der US-Vorräte in der abgelaufenen Woche lautet wie folgt:

Rohöl: +10,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +7,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 8,5 (DOE) bzw. 6,0 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 89 Prozent. Diese Zahl verstärkt den prinzipiell bärischen Effekt der Daten, da sie zeigt, dass der Bestandsaufbau in eine Phase wachsender Rohölnachfrage fällt. Fazit: Dem Markt steht reichlich Öl zur Verfügung.

Gestern Abend und heute Morgen würdigte die Börse die Tatsache mit nachgebenden Notierungen. Sie fielen allerdings nicht unter die gestrigen Startwerte. Eine solche Entwicklung deutet sich bis zur Stunde auch nicht an. Der politisch motivierte Aufwärtsdrang scheint uns leider erhalten zu bleiben. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 924,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 104,12 Dollar und in London zu 109,53 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,62 Eurocent.

Nationaler Markt


Unsere Heizölpreise legen weiterhin moderat zu. Sie folgen den Vorgaben der politisch getriebenen Ölbörsen. Der Dollar ist dabei weitgehend einflusslos. Gleiches gilt für den Binnenmarkt. Er ist ruhig. Mögliche Rabatte aufgrund der geringen Nachfrage sind in den Preisen bereits enthalten. Diese liefern seit einiger Zeit keinen guten Kaufgrund mehr. Dass ein solcher in Kürze zurückkehrt, glauben unsere Kunden nicht. Die Einschätzung wird durch den kurzfristigen Preistrend bestätigt. Er steigt. Der mittelfristige Trend ist noch abwärts gerichtet. Er lässt also hoffen, dass sich die Lage in einigen Wochen zum Besseren wendet. Aber auch diese Einschätzung droht zu kippen. Wer den Mut besitzt, an ihr festzuhalten und auf tiefere Preise zu spekulieren, braucht hohes Risikobewusstsein, viel Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wer sich darauf nicht einlassen will oder kann und Heizöl kauft, soll wissen, dass die Preise im Vergleich zu den Vorjahren noch gut sind. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten


preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl:
Ukraine-Konflikt
US-Konjunkturdaten
Weniger Öl aus der Nordsee

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl:
US-Ölvorräte
Libyen beginnt etwas mehr Öl zu exportieren
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm
Rohölnachfrage der Raffinerien frühjahrsbedingt schwach