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Geopolitik schlägt Lagerbestände

Internationaler Markt



Die globalen Krisenherde halten die Ölpreise in der Nähe des Jahreshochs von 75 Dollar je Barrel. Iran und Venezuela bestimmen erneut die Schlagzeilen und die Stimmung auf dem Markt.

Der französische Staatspräsident Macron musste bei seinem Besuch in Washington resigniert feststellen, dass die Amerikaner wohl schon im Mai neue Sanktionen gegen Teheran verhängen und das Atomabkommen aufkündigen werden.

Das wird die Ölexporte des Landes zumindest behindern und den staatlichen iranischen Ölkonzern zu Preiszugeständnissen zwingen, denn jeder Importeur könnte ins Visier der amerikanischen Behörden geraten. Das kann die chinesischen oder indischen Firmen nicht einschüchtern, stärkt aber ihre Verhandlungsmacht.

Während eine erneute Iran-Krise noch bevorsteht, ist sie in Venezuela in vollem Gange. Der Kollaps der Wirtschaft und der Versorgung der Bevölkerung lässt auch die Ölförderung schrumpfen. Sie fiel in den letzten Jahren von 2,5 auf 1,5 Mio. Barrel pro Tag. Ein erheblicher Teil der Exporte bringt dem Land nicht einmal Devisen ein, denn die riesigen Kredite aus China müssen noch über viele Jahre mit Öl beglichen werden.

Dadurch ist das südamerikanische Land unfreiwillig zum größten Helfer des OPEC-Kartells geworden. Auch international zerschlägt diese Krise immer mehr Porzellan: Schiedsgerichte verurteilten das Land in dieser Woche zu milliardenschweren Entschädigungszahlungen. Fast täglich brechen Ölkonzerne ihre Zelte ab und verlassen das Land.

Diese Schlagzeilen reichen den Tradern, die eigentlich preisdämpfenden US-Lagerbestandsdaten vom gestrigen Tag zu ignorieren. Trotz hoher Exporte und niedriger Auslastung der Raffinerien stiegen die Rohölvorräte gegen die Erwartung um 2,2 Mio. Barrel an.

Hier die Lagerveränderungen in der Übersicht:
Rohöl: +1,1 Mio. Barrel (API) bzw. +2,2 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -1,9 Mio. Barrel (API) bzw. -2,6 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: -2,7 Mio. Barrel (API) bzw. +0,8 Mio. Barrel (DOE)

Die USA exportierten in der letzten Woche eine Rekordmenge von 2,3 Mio. Barrel Rohöl pro Tag. Das Land reiht sich damit in die Liste der größten Ölexporteure der Welt ein. Zusammen mit Ölprodukten wie Benzin oder Diesel wurden sogar 8,3 mb/d ausgeführt. Das erklärt den Rückgang der Produktlagermengen.

Das Land hat jetzt eine merkwürdige Position im Ölmarkt: Es ist gleichzeitig der zweitwichtigste Rohölimporteur (nach China) und einer der wichtigsten Exporteure von Rohöl und vor allem Ölprodukten.

Heute morgen stabilisieren sich die Ölpreise in der Nähe der Jahreshöchststände. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) springt auf 68,23 Dollar je Barrel Tendenz: steigend. Brent-Rohöl legt ebenfalls zu auf 74,28 US-Dollar je Barrel Tendenz: steigend. Gasöl tendiert fest bei 652,00 Dollar je Tonne Tendenz: steigend. Der US-Dollar steigt weiter auf jetzt 0,8208 Euro Tendenz: steigend. Damit kostet der Euro 1,2178 Dollar Tendenz: fallend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages.

Nationaler Markt



Die politischen Krisen halten die Heizölpreise in unmittelbarer Nähe des Jahreshochs, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Auch die Währungsseite belastet, denn der Dollar legt wegen der immer weiter steigenden Marktzinsen zu. Preise von 63-65 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3000 Liter), die zuletzt im Frühjahr 2015 gesehen wurden, sind in dieser Woche die neue Orientierungsmarke.

Der Binnenmarkt für Heizöl ist wie üblich um diese Jahreszeit wenig aktiv. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, zeigt nur eine geringe Kaufbereitschaft der Interessenten für die nächsten Tage. Hohe Preise und relativ milde Temperaturen bremsen die Kauflust. Der Preispessimismus ist auf mittlerem Niveau: Ein Viertel der Kaufinteressenten rechnet mit weiter steigenden Heizölpreisen.

Die kurz- und mittelfristigen Preischarts für Heizöl zeigen einen stabilen Aufwärtstrend. Die neuen Jahreshöchstpreise zementieren diese Richtung. Man muss schon ein ganzes Jahrzehnt in den Blick nehmen, um einen Abwärtstrend zu konstruieren.

Was tun? Wer zu lange gewartet hat und jetzt vor einem leeren Tank sitzt, könnte seinen Bedarf mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter) decken, auch wenn dadurch der Literpreis steigt. So bleibt die Chance erhalten, einen möglichen Preisrückgang später im Jahr zu nutzen, aber auch die Freiheit, auf einen weiteren Preissprung erst wieder im Spätherbst reagieren zu müssen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.