Heizöl Preisvergleich Ölpreis Kommentar Impressum Aktuelle Heizölpreise    

Nachrichten

Heizölpreise: Kein Ruck nach Bestandsdaten

Internationaler Markt


Rekord, so heißt das Standardwort. Man schreibt es in Berichten fort. Dort, in den USA, gibt es zu viel Öl und kaum noch einen Lagerort. Dennoch, die Finanzszene schafft den Preisanstieg. Und ich verzichte auf den Reim mit dem Wort Mord. Der Crash wäre die Lösung. Den gibt es nicht, weil die Manager der großen Geldströme cool bleiben.

Jenseits der Lyrik liest sich das, was das DOE (Department of Energy), das ist die glaubwürdigere der beiden für die Bestandserhebungen zuständigen Institutionen, in dieser Woche präsentierte, nüchtern. Der größte Wochenzuwachs für Rohöl seit 14 Jahren. Der höchste Lagerwert seit Aufzeichnung. Die Förderung stieg auf ein neues Hoch. Komplettiert um die Daten des API (American Petroleum Institute) lautet das Zahlenwerk wie folgt:

Rohöl: +10,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 8,6 (DOE) bzw. 3,1 (API) Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Raffinerieauslastung beträgt 87 Prozent. Der Wert liegt auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.

Die Diskrepanz zwischen Realmarkterscheinung und Börsenergebnis ist nicht nur für ferne Beobachter, die wir alle hier sind, ein schwer verdaubarer Umstand. Sie bietet einigen Finanzanalysten Stoff für Beschwörungen und Durchhalteparolen zu Tiefpreisspekulationen. Es nützt nichts, die großen Geldströme nehmen einen anderen Weg. Mit Blick auf die Heizölpreise kommt hinzu, dass der Dollar seinen Aufstieg oder präziser der Euro seinen Verfall fortsetzt. Zur Begründung werden irgendwelche Wirtschaftsdaten bemüht. Den erratischen Zahlauswurf aus überkommenen Wirtschaftsmodellen kann man sich sparen, um den Gang der Währungen zu erahnen. Es reicht ein Blick auf die Geldpolitik der Notenbanken.

Heute Morgen signalisieren die Ölbörsen ein Einsehen. Sie tendieren abwärts. Der Dollar zieht dafür besonders entschlossen an. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 580,00 Dollar Tendenz: fallend. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 51,65 Dollar Tendenz: steigend und in London zu 60,36 Dollar Tendenz: fallend gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9047 Euro Tendenz: steigend. Damit kostet der Euro 1,1054 Dollar Tendenz: fallend.

Nationaler Markt


Die Heizölpreise bewegen sich kaum. Sie bleiben auf einem Weg, der den bestehenden Aufwärtstrend demnächst in einen Seitwärtstrend überführen kann. Die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz sagt dazu mehr als viele Worte.

Der Binnenmarkt ist noch nicht eingeschlafen aber müde. Bestellungen kommen mäßig aber regelmäßig. Hoffnungen auf tiefere Preise sind weiterhin beliebt. Das Markt- und Preisgeschehen zu verfolgen, ist inzwischen kein Massenphänomen mehr unter Ölheizern. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf einem mittleren Wert für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise. Neben ein paar Spontankäufern sind noch Beobachter im Markt, die bei tieferen Preisen zu kaufen gedenken.

Diese Beobachter werden sich eventuell vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt fühlen. Das gibt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt weiterhin in einer 50/50 Situation.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

  1. Heizölpreise von: esyoil.com