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Heizölpreise bleiben chaotisch

Nationaler Markt


Nach ein paar Tagen des Abgangs steigen die Heizölpreise wieder an. Zu sehen ist das in den zeitnahen Grafiken der aktuellen Heizölpreis-Tendenz. Die Bewegung spielt sich vollständig im Rahmen der vorliegenden Trendkanäle ab. Das spricht gegen eine abrupte Änderung der Preissituation.

Nachdem Verbraucher als Folge der OPEC-Ankündigung, die Fördermengen zu reduzieren, in einen kurzen Kaufrausch verfielen, ist nun wieder Ruhe im Binnenmarkt eingekehrt. Das betrifft die Käufer mehr als die Preisbeobachter. Deren Hoffung auf günstigere Preise ist erneut entflammt. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem starken Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends sind weiterhin mehrdeutig. In den entscheidenden Zeitbereichen, kurz- und mittelfristig, weisen sie aufwärts. Das gleiche gilt mittlerweile für die 36-Monats-Betrachtung. Nur die langfristigen Abwärtstrends sind noch intakt. Damit ist die Basis für die Hoffnung auf einen Preisabgang geschrumpft.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank eine Füllung verlangt oder Sie zum Ärger über verpasste Chancen neigen, verschaffen Sie sich durch einen Kauf einfach Ruhe! Wer indes die Spekulation mag, gute Nerven und ausreichend Zeit hat, möge darauf setzen, dass die OPEC ihre Beschlüsse nicht in die Tat umsetzt und die Heizölpreise beizeiten wieder fallen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Internationaler Markt


Im Ölmarkt geht es, wie das Wort nahelegt, um Öl. Berichte über den Handel mit dieser Ware, die nach ein paar physikalisch-chemischen Prozessen in standardisierte Heiz- und Kraftstoffe überführt wird, versprechen weder reichhaltige Literatur zu sein noch Spannung beim Leser hervorzurufen. Dennoch vermag das Thema Menschen in den Bann zu ziehen, fast so sehr wie der Wetterbericht.

Tatsächlich hat dieser Markt weit mehr Schreibenswertes zu bieten als das lokale Wetter, weil er mit vielen gesellschaftlich relevanten Bereichen verknüpft ist. Es wird so ziemlich alles berührt, was zwischen Geografie, Politik, Wirtschaft, Naturereignissen und menschlichen Lebensweisen samt ihrer Wandlung angesiedelt ist. Die Verbindungen und ihre Einflüsse sind so reichhaltig, dass das Marktgeschehen eigentlich nur als chaotischer Prozess beschrieben sein sollte. Jedwede Darstellung mit vermeintlich logischen Kausalitäten ist der Angelegenheit wesensfremd. Hier weiß man nie, was morgen kommt, weil nichts linear verläuft. Insofern ist der Ölmarkt ein ideales Feld für Spekulation, die an Börsen institutionalisiert wird.

Wir haben gerade einen für chaotische Systeme typischen Moment hinter uns, der im Preissprung der letzten Tage Ausdruck fand. Nun scheint sich die Lage zu beruhigen und für einige Zeit in einen besser fassbaren Zustand überzugehen, der eine deutlich geringere Preisbewegung erwarten lässt. Aber selbst diese Situation bietet Überraschungen. Eine solche ist der starke Zuwachs der chinesischen Rohölimporte. Gegenüber dem Vorjahr stieg die November-Nachfrage um 18 Prozent. Im gesamten Jahr wurde 14 Prozent mehr Rohöl eingeführt als im gleichen Zeitraum 2015. An den Ölbörsen löste die Meldung postwendend einen deutlichen Preisanstieg aus. Der dürfte nur von kurzer Dauer sein, weil es in diesem Fall doch eine gleichsam lineare Kausalität zu benennen gibt. China hat seine Raffineriekapazitäten erheblich gesteigert und kocht Rohöl nicht nur für die Produktion von Ölprodukten zum Eigenverbrauch, sondern auch für den Export. Dazu braucht das Land „ordentlich Futter“, was es sich am Weltmarkt beschafft. Der chinesische Ölverbrauch wächst beileibe nicht so stark wie die Importzahlen für Rohöl das vermuten lassen.

Die OPEC versucht erneut, die für sie so erfolgreiche chaotische Phase zu verlängern, indem sie am Wochenende mit einer möglichst großen Zahl von Nicht-OPEC-Produzenten ein gemeinsames Vorgehen bei der Fördermengenreduzierung beschließen will. Dabei scheint man einer ähnlichen Regie wie Ende November zu folgen. Es bleibt abzuwarten, ob der magische Moment erneut gelingt. Wäre das der Fall, müsste man die Chaostheorie überdenken.

Der große Preissprung der letzten Tage stellt sich übrigens nur als ein solcher dar, wenn man ihn in einem kurzen Zeitbereich abbildet. Das wäre ein Drei- oder allenfalls ein Zwölf-Monats-Chart. In einem längeren Zeitbereich (36 Monate) sieht er aus, wie das ganz normale Flimmern einer relativ ruhig verlaufenden Börsenbewegung. Also doch kein Chaos? Das ist die Frage für das Wochenende. Die von vielen Kunden und uns geschätzten Trendkanäle sind übrigens ein weiterer Versuch, das Chaos in eine für uns Menschen fassbare Linearität zu pressen.

Im Börsengeschehen heute Morgen ist der kleine Preissprung von gestern einigermaßen verdaut. Aktuell geht es ruhig zu. Im Tagesverlauf wird sich das sicher ändern. Schließlich müssen sich die Finanzjongleure auf eine unerwartete Beschlusslage zur erweiterten Fördermengenreduzierung einstellen. Der Dollar steigt wieder an, weil der Euro von der EZB (Europäische Zentralbank) gezielt geschwächt wird. Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 51,27 Dollar Tendenz: steigend und das Barrel Brent zu 54,13 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 470,50 Dollar Tendenz: steigend. Der US-Dollar kostet 0,9422 Euro Tendenz: steigend. Damit kostet der Euro 1,0613 Dollar Tendenz: fallend. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.