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Heizölpreise: Trader verunsichert

Internationaler Markt



Neue Daten prasselten gestern auf den Ölmarkt nieder. Sie brachten den Aufwärtstrend der Ölpreise aber nur für kurze Zeit aus dem Tritt.

Im Mittelpunkt stand der wöchentliche Lagerbericht des amerikanischen Energieministeriums. Die Rohölvorräte schrumpften um 1,6 Millionen Barrel, was den Preisen Auftrieb gegeben hätte, wenn nicht gestern der Branchenverband API in seiner Vorab-Schätzung weitaus höhere Zahlen veröffentlicht hätte. Auch bei den Produkten lag API in der Summe mehrere Millionen Barrel daneben. Die Vorräte der Mitteldestillate, also v.a. Diesel und Heizöl, stiegen sogar.

Die Rohölexporte der USA legten in der letzten Woche wieder deutlich auf 1,5 Millionen Barrel pro Tag zu, während die Importe auf hohem Niveau stabil blieben. Insofern überrascht der nur schwache Abbau der Rohöllager, zumal die Nachfrage hoch sein sollte, denn US-Rohöl (WTI) notiert noch immer etwa 5 Dollar je Barrel billiger als Brent.

Die Lagerveränderungen in der Übersicht:

Rohöl: -6,4 Mio. Barrel (API) bzw. -1,9 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -1,7 Mio. Barrel (API) bzw. +0,3 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: +0,9 Mio. Barrel (API) bzw. 0,0 Mio. Barrel (DOE)

Die Lagerdaten ließen die Trader etwas ratlos zurück. Unter dem Strich sind sie zwar bärisch, was den Absturz der Rohölpreise direkt nach der Veröffentlichung erklärt. Aber andererseits passen sie nicht zu den übrigen Markteinschätzungen. Der Optimismus kehrte daher rasch wieder zurück und Rohöl ging auf beiden Seiten des Atlantiks sogar mit einem Plus aus dem Markt.

Daran konnten auch weitere neue Marktdaten nichts ändern, die wegen Thanksgiving und daher verkürzter Börsentage schon gestern veröffentlicht wurden. Die Zahl der aktiven Ölbohranlagen (Rigs) in den USA stieg überraschend deutlich um 9 auf 747 Rigs. Der Anstieg der Ölpreise ermutigt also immer mehr Firmen, ihre Investitionen auszuweiten. Dazu passt, dass der erwähnte Wochenbericht des DOE einen neuen Produktionsrekord für amerikanisches Rohöl vermeldet. Diese Schätzungen gelten aber als notorisch unzuverlässig.

Unter dem Strich erhält der bullische Grundton der letzten Tage jedoch einige Risse. Das OPEC-Meeting in der kommenden Woche wird wohl eine Verlängerung der Förderkürzungen beschließen, auch wenn sich Russland im Moment noch ziert. Ebenso stützt der wohl wochenlange Ausfall der großen Keystone-Pipeline, die wegen eines Lecks vorerst kein kanadisches Öl in die USA pumpen wird. Aber die aktuellen Daten und das lange Börsenwochenende stimmen die Trader im Moment eher vorsichtig.

Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet heute Morgen 57,87 Dollar je Barrel Tendenz: steigend und damit minimal mehr als gestern zu Handelsbeginn. Dasselbe gilt für die Nordseesorte Brent mit aktuell fast unveränderten 63,10 US-Dollar je Barrel Tendenz: gleichbleibend. Gasöl gibt leicht nach auf 562,00 Dollar je Tonne Tendenz: fallend.

Der US-Dollar liegt tiefer bei 0,8452 Euro Tendenz: fallend. Damit kostet der Euro 1,1833 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages.

Nationaler Markt



Die Heizölpreise geben leicht nach, aber halten sich im Durchschnitt über 59 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung. Die Marke von 60 Euro und damit das Jahreshoch bleibt also in Sichtweite. Der Aufwärtstrend ist weiter intakt, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt.

Der Binnenmarkt für Heizöl ist nur durchschnittlich aktiv. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen analysiert, zeigt eine relativ hohe, aber keine überbordende Kaufbereitschaft für die nächsten Tage. Das überrascht, denn weitaus mehr Kunden als sonst rechnen mit weiter steigenden Heizölpreisen. Der übliche, stark ausgeprägte Preisoptimismus der Kaufinteressenten ist im Moment verschwunden.

Die Charts zeigen im kurzfristigen Zeitintervall (3 Monate) einen ansteigenden Preiskorridor. In der 12-Monats-Ansicht wird noch deutlicher, wie rasch und zielsicher die Heizölpreise seit dem Sommer zugelegt haben.

Bei noch längeren Perspektiven wie in der 36-Monats-Ansicht ist das Bild nicht mehr ganz so eindeutig: Einerseits steigen die unteren Wendepunkte der Preiskurven an, aber andererseits sind die Heizölpreise jetzt schon zweimal an der 60-Euro-Marke gescheitert. Alles in allem deutet das technische Bild nach wie vor auf mittlere Preisrisiken.

Die Entscheidung ist daher nicht leicht. Zur Beruhigung der Nerven bietet sich die Deckung des Bedarfs mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter) an, auch wenn dadurch der Literpreis steigt. So bleibt die Chance erhalten, einen möglichen Preisrückgang zu nutzen, aber auch die Freiheit, auf einen weiteren Preissprung nicht sofort reagieren zu müssen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.