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Heizölpreise: Jetzt wird laut für Sanktionen getrommelt

Internationaler Markt


Nun will die EU also doch noch richtige Sanktionen gegen Moskau verhängen. Ratspräsident van Rompuy kündigte sie am Freitag per Brief an. Die Ölbörse in London reagierte zumindest bei Gasöl mit einem heftigen Kursanstieg. Auf die russische Ware verzichten zu müssen, wird derzeit als schwieriger eingeschätzt als der Verzicht auf russisches Rohöl. Deshalb blieb die Bewegung der Rohölnotierungen auch verhalten.

Der deutsche Finanzminister unterstrich „unsere“ Entschlossenheit per Interview. Es sei nicht die Zeit, auf Wirtschaftsinteressen Rücksicht zu nehmen. "Oberste Priorität hat die Wahrung von Stabilität und Frieden". Die Ölbörsen lassen diese Festzeltäußerungen heute Morgen kalt, wahrscheinlich weil Stabilität und Frieden schon seit Monaten so heftig gestört sind wie seit dem kalten Krieg nicht mehr. Es ist ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten. Er ist die eigentliche Gefahr außerhalb des Kriegsgebiets, da die Dinge ihren unreflektierten Lauf nehmen. Erinnerungen an das politische Desaster vor dem ersten Weltkrieg sind unvermeidbar. Vor Kurzem hieß die Botschaft noch, gemeinsame Wirtschaftsinteressen dienten dem Frieden. Damit fühlte man sich irgendwie wohler.

Die Versorgungslage im Ölmarkt wird an den Börsen so gut eingeschätzt, dass auch andere Auseinandersetzungen mit Gleichmut behandelt werden. In Libyen herrscht mittlerweile ebenfalls Krieg. Er bedroht das Land und seine Ölexporte. Es ist kaum vorstellbar, dass Libyen als nennenswerter Ölversorger auf die Weltbühne zurückkehrt. Umso erstaunlicher ist die Haltung der in Öl engagierten Finanzszene.

Wir haben nicht das geringste Interesse an steigenden Ölnotierungen. Gleichwohl erscheint uns die Ruhe an den Ölbörsen befremdlich. Da muss doch angesichts des außergewöhnlichen geopolitischen Sturm und Drangs Unruhe aufkommen. Eine deutliche Bewegung ist seit einiger Zeit nur beim Dollar zu erkennen. Er steigt. Die Tonne Gasöl kostet 897,00 Dollar Tendenz: steigend. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 101,98 Dollar Tendenz: fallend und in London zu 108,04 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Für einen Euro erhält man 1,3433 US-Dollar Tendenz: fallend.

Nationaler Markt


Unsere Heizölpreise setzen ihren kurzfristigen Aufwärtslauf fort. Nun hat er sowohl eine Devisenmarkt- als auch eine Ölmarktkomponente. Das ist die unangenehmste Situation für europäische Ölverbraucher. Im 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz sieht die Angelegenheit sehr unfreundlich aus. Die anderen Zeiteinstellungen zeigen aber, dass die Situation nicht vollständig bullisch ist.

Der Binnenmarkt steht mittlerweile ziemlich still. Der Handel wünscht sich mehr Geschäft. Dafür lässt er die Rabatte in den Preisen sprießen. Das ist sinnlos, weil der Effekt zu wenig bringt, um den von außen eingebrachten Preisanstieg zu annullieren. Es hilft allenfalls, das eigene Angebot besser aussehen zu lassen als das des Wettbewerbs. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt die Masse der Kunden mit ihrem Verhalten, dass die Preise derzeit nicht kaufenswert sind.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt ihnen Recht. Einen starken Kaufgrund stellt der aktuelle Preis tatsächlich nicht dar. Das heißt nicht, dass er schlecht ist. Man muss ihn im politischen Kontext und in Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat bewerten. Unsere Leser sind hinsichtlich ihrer Preiserwartung verhalten positiv. Van Rompuy und Schäuble messen sie offenkundig wenig Bedeutung in geopolitischen Entscheidungen bei. Wer auf günstigeres Heizöl setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Die aktuelle Preisbewegung ist im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Wie gesagt, darauf zu setzen ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.