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Heizölpreise: Wenig Bewegung auf gutem Niveau

Internationaler Markt


Hinter der donnernden Medienschlacht um Sein oder Nichtsein der Eurozone, der kein Fünkchen Aufmerksamkeit für andere Themen entkommen kann, erfindet sich die Ölwelt ein weiteres Mal klammheimlich neu. Als Konsequenz wird das ohnehin schon üppige Ölangebot noch üppiger. In dieser Woche gab es gleich zwei Überraschungen zum Thema. Eine weitere Meldung gleicher Schlagart sollte nächste Woche folgen.

Da waren zunächst die US-Bestandsdaten, für die im Vorfeld ein erneuter Rückgang prognostiziert wurde. Der fiel aus. Stattdessen legten die Vorräte in fast allen Disziplinen zu. Begünstigt wurde die Entwicklung durch hohe Importe aus verschiedenen Provenienzen des amerikanischen Kontinents. In den Lagerbilanzen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), den beiden für die Erhebung zuständigen Institutionen, stehen die Veränderungen gegenüber der Vorwoche mit folgenden Zahlen:

Rohöl: +2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 1,0 (DOE) bzw. 2,5 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf rasante 95 Prozent. Die Gesamtbestände befinden sich weiterhin deutlich über allem, was früher üblich war.

Die nächste Attacke auf Phantasien eines rückläufigen Angebots schwappte gestern Abend herein. Da wurden die wöchentlichen Zahlen über die aktiven Bohrgeräte in den USA veröffentlich. Sie stiegen das erste Mal seit Dezember 2014 wieder an. Auch hierfür lag im Vorfeld eine anders lautende Prognose vor. Mehr als die Zahl der Bohrgeräte selbst überrascht die Ökonomie dahinter. In Exploration und Förderung von gefracktem Öl engagierte US-Unternehmen senkten ihre Kosten für die gleiche Leistung binnen eines Jahres um 30 Prozent. Damit sind sie in der Lage, bei einem Preis um 60 Dollar pro Barrel für die US-Ölsorte WTI (West Texas Intermediale) profitabel zu arbeiten. Das wird dazu führen, dass das Ölangebot bei dem genannten Preis spürbar wächst bzw. dass dieser Preis nur schwer überwindbar sein wird.

Die dritte Keule werden die Freunde hoher Ölpreise vermutlich mit einem erfolgreichen Abschluss der Atomverhandlungen mit dem Iran bekommen. Derzeit sind die Unterhändler optimistisch, dass sie die schwierige Geburt in der nächsten Woche melden können. Dann wird es auch Klarheit geben, wann die ersten zusätzlichen Mengen iranischen Öls auf den Markt rollen. Das Land hat große Lagerbestände abzuverkaufen und ein ordentliches Potenzial für die Erhöhung der Ölförderung zu bieten.

Auf der Nachfrageseite sieht es recht ruhig aus, zumindest im Vergleich zum sich dynamisch entwickelnden Angebot. Alles in allem verbraucht die Welt weiterhin zuviel Öl, nicht im Verhältnis zum Aufkommen oder zu den Reserven, sondern im Verhältnis zur Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre. Sogar dieser Umstand könnte über kurz oder lang preisdrückend wirken.

Gestern Abend reagierten die Ölbörsen mit Preisabschlägen auf die Informationsschläge. Heute Morgen ist noch nicht zu erkennen, wohin der Hase laufen wird. Uns steht ein unkalkulierbarer Tag bevor, da die US-Börsen heute geschlossen bleiben. Damit fehlt ein großer Teil der Finanzjongleure zur preislichen Verarbeitung der neuen Nachrichten. Vom Dollar gibt es momentan keine Auffälligkeiten zu melden. Den Heizölpreisen tut das ganz gut. Sie können mal wieder direkt den internationalen Ölpreisen folgen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 565,00 Dollar Tendenz: fallend. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 56,67 Dollar Tendenz: fallend und in London zu 61,87 Dollar Tendenz: fallend gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9009 Euro Tendenz: fallend. Damit kostet der Euro 1,1100 Dollar Tendenz: steigend.

Nationaler Markt


Die Heizölpreise nehmen wieder Kurs auf die untere Grenze ihres Seitwärtstrends, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die Nachrichtenlage lässt davon träumen, dass ein Durchbruch in der Luft liegt. In der kommenden Woche wird es spannend. Die Börse wird einiges zu verarbeiten haben.

Im Binnenmarkt geht es gemächlich zu. Bestellungen kommen recht schlapp herein. Dafür ist die Hoffnung auf günstigeres Heizöl stark. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem sehr starken Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt nur im Westen der Republik ein Kaufsignal. In den anderen Regionen gibt es keine grünen Daumen, obwohl die Preise gut sind.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie seitwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Wir sehen klares Preispotenzial nach unten.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

  1. Heizölpreise von: esyoil.com