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Heizölpreise von Finanzjongleuren durchgeschüttelt

Internationaler Markt


Finanzjongleure dirigieren die Realwirtschaft. Das verheißt nichts Gutes. Nach dem Sechs-Jahres-Tief in der letzten Woche treiben sie die Ölpreise nun zum größten Anstieg seit 25 Jahren. Der wurde damals durch einen Krieg um Öl ausgelöst. Heute weiß man nicht wohin mit der Überproduktion.

Die Geschichte der aktuellen Ölpreisbewegung lässt sich nicht ohne die Finanzszene schreiben. Bis Mitte letzter Woche sammelte sie Kontrakte auf fallende Kurse (Short-Positionen, Leerverkäufe) ein. Selbst bei Preisen unter 50 Dollar für das Barrel Brent konnten die Akteure den Hals nicht voll kriegen. Sie zockten auf noch tiefere Notierungen. Dann geschah das, was an überreizten Börsen geschehen muss. Irgendein lächerliches Ereignis - vielleicht war es der berühmte Schmetterlingsschlag - drehte die Situation. Plötzlich stiegen die Preise. Seitdem muss die auf Bergen von Short-Positionen hockende Horde dem Geschehen durch wilde Käufe zum Glattstellen der Leerverkäufe hinterherlaufen. Dadurch werden die Preise noch schneller in die Höhe getrieben als sie zuvor gefallen waren.

Natürlich wird der institutionelle „Finanzinvestor“ nicht sagen, dass ihn die Gier zerfressen hat. Seine Geschichte handelt von fundamentalen Erkenntnissen, die eine Neubewertung der Lage nötig machen. Der Markt ist zwar überversorgt, von zwei bis drei Millionen Barrel pro Tag ist die Rede. Aber die US-Förderung ist geringer als bisher angenommen. Da fehlen ungefähr 0,1 Millionen Barrel pro Tag. Zudem gibt es Ausfälle bei Lieferungen aus Nigeria und Kanada. Eine Raffinerie in den USA musste aufgrund technischer Probleme abgeschaltet werden. Die OPEC versucht im Schulterschluss mit Russland eine Lieferkürzung herbeizuführen. Und die Ölnachfrage in den ersten Monaten dieses Jahres stieg um ungewöhnliche 2,4 Prozent (2,1 Mio. Barrel/Tag), in China waren es sogar 5 Prozent. Das klingt nicht unbedingt nach konjunktureller Schwäche.

Die Lächerlichkeit der Argumente springt bei der Korrektur der US-Förderung sofort ins Auge. Bei den Fehlmengen aus Nigeria und Kanada wird sie mit der Information, dass es sich hierbei um kurzzeitige Ereignisse handelt, deutlich. Ein Raffinerieausfall führt in der Rohöllogistik zu einem Stau, so dass der Überfluss steigt. Und die Übereinkunft zwischen einer Fülle von Konkurrenten innerhalb der OPEC mit Russland muss erstmal geschlossen werden. Die Egoismen sind da gewaltig. Nur die ansteigende Ölnachfrage ist ein hartes Faktum. Aber ihr steht die noch stärker steigende Produktion gegenüber.

Der naheliegende Schluss aus den merkwürdigen Preisbewegungen der letzten Tage ist der, dass wir eine Übertreibung nach unten sahen und eine Übertreibung nach oben sehen. In der Mitte liegt die Vernunft, nicht nur heute, sondern über einen längeren Zeitraum. Denn bei den Preisen, die wir vor dem großen Ab und Auf sahen, kann sogar die US-Produktion wachsen.

Gestern endete der Handelstag mit dem dritten preistreibenden Paukenschlag in Folge. Heute Morgen kommt die übliche Läuterung. Lange kann das nicht mehr so weitergehen. Wir sehen Übertreibung. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 500,50 Dollar Tendenz: steigend. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 47,75 Dollar Tendenz: steigend und in London zu 52,79 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8866 Euro Tendenz: fallend. Damit kostet der Euro 1,1279 Dollar Tendenz: steigend.

Nationaler Markt


Die Heizölpreise steigen weiter. Dabei weiten sie den abwärtsgerichteten Trendkanal nach oben auf, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Noch gibt es keine Alternative zum Abwärtstrend. Und noch gehen wir davon aus, dass sich daran nichts ändern wird. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt Heizöl wirklich billig.

Im Binnenmarkt wird ordentlich gekauft. Der Rausch ist allerdings beendet. Viele Ölheizer nutzen die immer noch guten Preise und ordern Brennstoff. Bei den Preisbeobachtern steigt die Zuversicht, in Kürze zu tieferen Preisen kaufen zu können. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem guten Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dabei unterbewertet es die positive Entwicklung im gesamten zurückliegenden Jahresverlauf.

Die Preistrends sind eindeutig. Sie laufen in allen Zeitkategorien abwärts. Der Umstand speist die Hoffnung auf noch bessere Preise. Das deckt sich mit der realen Angebotslage am Ölmarkt.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, kaufen Sie! Der Preis ist wirklich gut! Wenn Sie hingegen genügend Heizöl im Tank haben, setzen Sie ruhig auf eine weitere Abwärtsbewegung. Da sollte noch was gehen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

  1. Heizölpreise von: esyoil.com